Bericht von Edna, 05.11.2017

Es ist kalt draußen, es ist Regen angesagt, andere suchen Ausreden um das Haus so wenig wie möglich verlassen zu müssen, nicht so wir.
Vom 27.10.2017 bis zum 29.10.2017 waren wir (Maxi, Olaf, Pudel, Edna, Ellen, Whitney, Amon, Daniel, Felix und Jule) zusammen auf Herbstfahrt und haben uns von Heidelberg aus über Berg und Tal Richtung Neckargmünd durchgeschlagen.
Freitagnachmittag ging es los, bepackt mit zwei Kothen, 6kg Ravioli, 3 Packungen Suppengrün, 60 Maultaschen (und natürlich noch genügend andere Verpflegung, wie beispielsweise 4 Salatgurken), einer Ukulele und viel guter Laune, fuhren wir mit Bus und Bahn von Friedrichstal aus nach Heidelberg. Von dort aus ging es zu Fuß weiter, eine mörderische Treppe hinauf in Richtung Heidelberger Schloss. Unser Ziel: Eine Schutzhütte in den Hängen des Königsstuhls. Pünktlich mit dem Sonnenuntergang erreichten wir die Ruine des Heidelberger Schlosses und rasteten mit dem Blick über das, in goldenes Licht getauchte, Heidelberg unter uns.
Doch unser Aufstieg war damit noch nicht beendet und wir hielten erst, als uns Dunkelheit und Ausdauer dazu zwangen, an der ersten der beiden Schutzhütten, die zum Übernachten in Frage kamen, an. Schon bald dampften unsere Ravioli auf dem Campingkocher und der Boden der Hütte wurde komplett mit Schlafsäcken und Isomatten belegt. Um nachts nicht von den fiesen Windböen erwischt zu werden, verhingen wir Fenster und Türe mit Kothenplanen.

       

     Kurze Verschnaufs- und Essenspause         

           Foto: Edna 27.10.2017            

        

       

Der erste Morgen an der frischen Luft kommt schnell und kalt. Aus den mollig warmen Schlafsäcken wollten wir erst gar nicht heraus, nur ein paar Frühaufsteher wuselten schon um die Hütte herum. Zu frühstücken kramten wir Brot, Wurst und Käse heraus, saßen in der Hütte im Kreis und ließen es uns schmecken, denn wer viel laufen will, der muss gut Essen. Für Vitamine sorgten Äpfel und die erste Salatgurke.

Da wir uns kein festes Ziel gesetzt hatten, das wir erreichen wollten, ließen wir uns den Weg von einem kanadischen Toonie (zwei Dollar Münze), in eines der angrenzenden Täler weisen. Durch herbstliche Waldstücke, verschlafene Dörfer, über Wiesen und Feldwege entlang. Mittags rasteten wir neben den Schienen einer Bahnstrecke und aßen auf unseren Rucksäcken sitzend, untermalt von den gelegentlich vorbei rasenden Regionalbahnen, unter anderem die zweite Salatgurke.

Als Ziel für den Tag peilten wir dann doch die, noch etwa 5km entfernte, Stadt Mauer an und machten uns gestärkt wieder auf den Weg. Olaf packte seine Ukulele aus und begann zu spielen. Begleitet von lachen und singen, fanden wir durch den Hinweis eines Passanten eine weitere Schutzhütte, nicht weit außerhalb von Mauer.

Um in der zweiten Nacht nicht auch zu frieren, errichteten wir neben der Hütte noch eine der Kothen. Währenddessen brutzelte unsere Hackfleisch-Gemüse-Pfanne fröhlich vor sich hin. Als endlich Alles zum Essen bereit stand, war es mittlerweile so dunkel, dass wir unser eigenes Dunkelrestaurant im freien hätten haben können. Doch essen ohne zu sehen, wo man die Gabel hinstechen muss, ist nicht nur schwierig, sondern auch gefährlich. Also erleuchteten wir den Tisch mit Taschenlampen, welche wir behelfsmäßig an Schnüren über die Dachbalken der Hütte hingen. Mittlerweile hatte es angefangen zu regnen und nachdem wir uns als Nachtisch noch eine Tafel Schokolade teilten, schlüpften die einen unter ihre vier Zeltplanen und die anderen in ihre Schlafsäcke auf dem Boden der Hütte.

Der letzte Morgen und so auch das letzte Stück unseres Weges fielen ins Wasser. Im strömenden Regen retteten wir unsere Sachen aus der Kothe, welche nachts etwas Wasser unter den Bodenplanen durchließ und weshalb ein Teil unserer Sachen dezent feucht wurde. Zum Frühstück machten wir die noch übrigen Maultaschen, packten alles zusammen und bauten die nasse Kothe ab, um unseren Zug zu erwischen.  Auf dem Weg zum Bahnhof verdrückten wir die letzten Maultaschen und erreichten gerade noch den Zug. Wieder in Heidelberg verteilten wir die letzten zwei Salatgurken und warteten auf unseren Bus. Nach einem weiteren Mal umsteigen in einen zweiten Zug, erreichten wir dem Friedrichstaler Regionalbahnhof, reicher an Erinnerungen, Abenteuern, aber auch erschöpfter und schmutziger, als wir hier vor zwei Tagen zu unserer Fahrt starteten. Das einzige, was noch blieb, war das Aufhängen der nassen Planen und das Verräumen des Materials, welches geduldig auf uns wartet bis es wieder heißt: Kommt, lasst uns was erleben…

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